1 Gedanke zu „Unterricht klug beenden“

  1. Schü­lerin­nen und Schüler sind sehr geschickt in der Wahrnehmung ver­steck­ter Sig­nale. Mein Vorschlag wäre, hier zunächst zu prüfen, welche Sig­nale man selb­st sendet, an denen die Klasse qua­si able­sen kann, dass sich die Stunde dem Ende zuneigt. Ist es eine bes­timmte Phrase, eine bes­timmte Kör­per­hal­tung oder Satzmelodie oder schauen alle schlicht ges­pan­nt auf die Uhr.
    Wenn Sie der­ar­tige Sig­nale iden­ti­fiziert haben, kön­nten Sie ver­suchen die Rou­tine zu durch­brechen und das Stun­de­nende in dieser Hin­sicht zu variieren.

    Sich­er ist es auch bedeut­sam, wer am Ende des Unter­richts in welch­er Form aktiv ist. Hält die Lehrkraft am Stun­de­nende einen lan­gat­mi­gen Monolog, welch­er den Schü­lerin­nen und Schülern die wichtig­sten Erken­nt­nisse des Unter­richts noch ein­mal kom­prim­iert über­hil­ft oder ist die Klasse bis zulet­zt gefragt.

    Wenn es für das eigene Wohlbefind­en oder die unter­richtlichen Ziele abträglich ist, dass die Schü­lerin­nen und Schüler am Ende unkonzen­tri­ert sind und die Auf­bruchsstim­mung die Ergeb­nis­sicherung behin­dert, soll­ten Sie das so mit ihrer Klasse kom­mu­nizieren. Vielle­icht bietet Ihnen dies wert­wolle Hin­weise zur Erk­lärung dieses Ver­hal­ten. Sie soll­ten hier­bei nicht ver­legen sein ihre Forderung nach ein­er geord­neten Beendi­gung des Unter­richts klar als solche zu artikulieren und es kann je nach Kurs auch notwendig sein, Kon­se­quen­zen für uner­wün­scht­es Ver­hal­ten in Aus­sicht zu stellen und auch umzuset­zen. Erfahrungs­gemäß soll­ten Sie hier­bei Regeln ver­mei­den, die Sie nicht auch durch­set­zen wollen oder kön­nen. Kündigt man etwa an, dass das Stun­de­nende sich in die Pause ver­längert, dann muss dies schu­lor­gan­isatorisch möglich sein und sie müssen bere­it sein, auch auf ihre Pause zu verzichten.
    Wichtiger noch wäre es darauf zu hören, was sich die Schü­lerin­nen und Schüler vorstellen und erwarten.

    Ide­al­er­weise kommt man erst gar nicht an diesen Punkt an dem es eher um Macht und weniger um Ein­sicht und Kon­sens geht. Vielle­icht kön­nen Sie mit der Klasse ein Stun­de­nausstiegsritu­al vere­in­baren oder die Ver­ant­wor­tung zur Zusam­men­fas­sung der Stunde an die Klasse abgeben.

    Auch ein span­nen­der und fordern­der Unter­richt ins­ge­samt, an dessen Ende ein Ergeb­nis ste­ht, welch­es Schü­lerin­nen und Schüler tat­säch­lich anfordert, ist ein Baustein, um das Stun­de­nende nicht nur erträglich, son­dern auch ein­träglich zu machen. Eine von gegen­seit­igem Respekt und Ver­lässlichkeit geprägte Lehrer-Schüle-Beziehung trägt hier ihren Teil bei.

    Konkrete method­is­che Entschei­dun­gen am Stun­de­nende sind immer abhängig von dem jew­eils gehal­te­nen Unter­richt und kön­nen kaum all­ge­me­ingültig anger­at­en wer­den. Wenn Sie auf der Suche nach konkreter Inspi­ra­tion sind, kön­nen Sie etwa in dem Buch „Unter­richt­sein­heit­en erfol­gre­ich abschließen. 100 ergeb­nisori­en­tierte Meth­o­d­en für die Sekun­darstufen. Taschen­buch – August 2006 von Arthur Thömmes“ wertvolle Ideen sammeln.

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