Texte erschließen

Texte zu erschließen ist für Schü­lerin­nen und Schülern von Beginn der Grund­schule an eine her­aus­fordernde Auf­gabe. In den weit­er­führen­den Schulen gewin­nen die Texte an Kom­plex­ität und die Vielfalt der Gat­tun­gen nimmt zu. Darüber hin­aus müssen sie zunehmend selb­ständi­ger Texte erschließen und dabei inhaltliche, for­male und rhetorische Kriteren berück­sichti­gen. Dabei darf die Lust am Lesen nicht ver­loren gehen oder zumin­d­est muss die Sinnhaftigkeit der Tex­tar­beit plau­si­bel dargestellt werden.

Deshalb ist es notwendig, Texte mit kri­tis­ch­er Dis­tanz wahrzunehmen, um nicht ein­fach der ersten Idee oder einem Nebengedanken zu fol­gen. Die Lehrkraft stellt den Schü­lerin­nen und Schülern die fol­gen­den  Schritte zur effek­tiv­en Tex­ter­schließung vor. Diese kön­nen mith­il­fe ein­er Folie erläutert, anhand von Beispiel­tex­ten erschlossen und anschließend zur Sicherung im Hefter gesichert oder als Plakat im Klassen­raum aus­ge­hängt werden.

Phase 1: Den Text in den Fokus rücken

Der dra­matur­gis­che Ort der Lek­türe inner­halb der Stunde muss plau­si­bel gewählt wer­den. Die Anmod­er­a­tion dient der Moti­va­tion: Lust auf Lesen und Spaß auf den Aus­tausch über das Gelesene.

Phase 2: Die Text wahrnehmen

Die Schü­lerin­nen und Schüler lesen den Text mehrfach. Dabei ist es von Vorteil, wenn unter­schiedliche For­men der Lek­türe ver­wen­det wer­den: Laut lesen, in Paaren lesen und zuhören, durch mehrere Schü­lerin­nen und Schüler in Abschnit­ten lesen, beim Vor­lesen den Text mit dem audiorecorder des Handys mitschnei­den und danach erneut hören etc.

Phase 3: Den ersten Eindruck artikulieren

Die Schü­lerin­nen und Schüler for­mulieren erste Gedanken, Gefüh­le, assozia­tive Ideen­ket­ten. Ein „Falsch“ oder „Richtig“ gibt es hier nicht. In der Sprache fehlern in dieser Phase alle For­men von Bewertung.

Phase 4: Den Text mit eigenen Worten wiedergeben

Die Schü­lerin­nen und Schüler verge­gen­wär­ti­gen sich den Text, indem sie ihn mit eige­nen Worten nacherzählen.

Phase 5: Eine erste Deutung formulieren

Die Schü­lerin­nen und Schüler for­mulieren frei, worum es im Text geht und find­en einen eige­nen Arbeit­sti­tel für den Text.

Phase 6: Hintergrundinformationen verarbeiten

Die Schü­lerin­nen und Schüler ziehen Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zum Text her­an, um ihre Deu­tung zu präzisieren bzw. zu ver­tiefen. Dazu recher­chieren sie zur Autorin oder zum Autor und greifen auf die jew­eilige Biografie zurück. Sie suchen und analy­sen for­male Kriteren des Textes und bes­tim­mem u.a. die Textgat­tung und deren Ver­wen­dungszweck. Sie informieren sich zur Wirkungs­geschichte bzw. sondieren das Vorkom­men und die Ver­weisebe­nen auf dig­i­tal­en Plat­tfor­men und den sozialen Netzwerken.

Phase 7: Zwischenergebnisse sichern

Die Zwis­ch­en­ergeb­nisse wer­den schriftlich fix­iert und gesichert.

Phase 8: Vertiefend gestalten

Die Infor­ma­tion zum Text und abgeleit­ete indi­vidu­ellen Deu­tun­gen wer­den in einen anderen Kanal über­führt und mith­il­fe ein­er kreativ­en Meth­ode gestal­tet. auf diese Weise wird der Text wird eine ver­tiefte Auseinan­der­set­zung und Inter­pre­ta­tion erreicht.

Phase 9: Ergebnisse präsentieren

Die Schü­lerin­nen und Schüler präsen­tieren ihre Ergeb­nisse und geben sich gegen­seit­ig wertschätzen­des Feedback.

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